Diskussion zu Musikkultur und neuen Handlungsfeldern

Ist digital besser?

Diskussionsveranstaltung mit Tim Renner (Musikproduzent, Motor.de), mit Beiträgen von Dieter Kovacic (dieb13 klingt.org) und Peter Rantasa (Rhiz)

Wie können die neuen Potentiale der Musik- und Kulturproduktion im öffentlichen Interesse realisiert und den Produzierenden eine Einkommensgrundlage gesichert werden?

Moderation: Elisabeth Mayerhofer (IG Kultur Österreich)
Zeit:
Donnerstag 7. März, 19:00 – 21:00
Ort: Rhiz, U-Bahnbogen 37-38, Lerchenfelder Gürtel, 1080, Wien

Ein Veranstaltung des World-Information Institute, in Kooperation mit IG Kultur Österreich.

Sowohl Produktion als auch Distribution von Musik haben sich durch digitale Technologien stark verändert. Elektronisch produzierte Musik ist zu einem bestimmenden Faktor in aller Welt geworden. Von der Populärkultur zu den Avantgarden oder Szene Clubs. Diese Verbreitung neuer Technologien hat nicht zuletzt zur Demokratisierung von Musikproduktion beigetragen und auch die Transaktionskosten für den Vertrieb von Musik massiv gesenkt. Dank digitaler Netzwerke und Speichermedien war das Musikuniversum noch nie so vielfältig wie heute. So sind etwa randständige oder weniger massentaugliche, aber historisch relevante Produktionen, die längst aus allen Publikationskatalogen gefallen waren, dadurch wieder zugänglicher geworden und ermöglichen einen breiteren Blick auf das Kulturschaffen.

Gleichzeitig gibt es zunehmend Konflikte zwischen jenen, die Kultur als Konsumware verstehen, und jenen, die Kultur als gemeinschaftlichen Rohstoff der Zukunft sehen. Ersterem haben sich gut etablierte, aber zunehmend bedrohte und damit aggressive Akteure und Geschäftsmodelle verpflichtet. Demgegenüber entwickeln sich neue Geschäftsmodelle und Identitäten nur langsam. Das schürt viele Ängste, die von Profiteinbrüchen bis zum Ende der (westlichen) Kultur reichen und zu der schrillen und wenig produktiven Debatte der vergangenen Monate und Jahre geführt haben.

TeilnehmerInnen:

Tim Renner, deutscher Musikproduzent und Brancheninsider, der sich wiederholt zu diesen Fragen geäußert hat, wird seine Sicht präsentieren. Als ehemaliger Geschäftsführer von Universal Music in Deutschland (2001 – 2004) ist er derzeit u.a. Leiter von Motor Music Entertainment. Als Journalist und Autor veröffentlichte er zahlreiche Beiträge zur Diskussion um den Wandel der Medienindustrie, u.a. die Bücher “Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm. Über die Zukunft der Musik- und Medienindustrie” und 2011 “Digital ist besser”.

Dieter Kovacic, prägt seit den späten 1990er Jahren das avancierte Musikleben von Wien. Unter dem Namen Dieb13, oder u.a. Takeshi Fumimoto und Echelon, ist er auf zahlreichen internationalen Veröffentlichungen und Festivals präsent. Darüber hinaus ist er für ein Reihe von Kooperationen mit anderen namhaften Künstlern bekannt. Der selbsterklärte Urheberrechtsverweigerer betreibt die der internetplattform klingt.org

Peter Rantasa, ausgebildet in Nachrichtentechnik, bio-medizinischer Technik und Elektronik sowie elektro-akustischer und experimenteller Musik ist ehemaliger Direktor des Mica – Music Information Centrum Austria. Gründung des Wiener Elektronikfestivals “Phonotaktik” und der Wiener Elektronik Plattform “Rhiz – Bar Modern”.